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23.11.2017 - Passauer Neue Presse

Steuerliche Untiefen umschifft

1300 Vertreter von Vereinen, Verbänden und Institutionen informieren sich über Neues im Steuerrecht

Passau. Als "nicht ganz einfach" hat Hildegard Küspert vor rund 1300 Vertretern von Vereinen, Verbänden und Institutionen in der Dreiländerhalle das Steuerrecht bezeichnet. Umso mehr liegt es der Finanzverwaltung am Herzen, den Personen, die sich in ihrer Freizeit mit selbstlosem Engagement für das Gemeinwohl einsetzen, die Arbeit zu erleichtern, wie die Passauer Finanzamtsleiterin deutlich machte. "Gerade wenn es um das Ehrenamt geht", fügte Landrat Franz Meyer bei dem Informationsabend hinzu. Schließlich seien die steuerlichen "Untiefen" ganz gewaltig, so OB Jürgen Dupper in seinem Grußwort.

Einig waren sich die Spitzenvertreter von Stadt und Landkreis mit der Leitenden Regierungsdirektorin, dass unsere Gesellschaft ohne die Solidarität der freiwilligen Kräfte in den Hilfsorganisationen, Vereinen und Verbänden um ein Vielfaches ärmer wäre. "Das besondere Salz in der Suppe, das stellen Sie dar", wandte sich der Oberbürgermeister an die auch aus dem Nachbarlandkreis Freyung-Grafenau trotz Schneetreibens angereisten Vorstandsmitglieder verschiedenster Vereinigungen.

Alltäglich den Hut zu ziehen vor denen, "die Lebensqualität organisieren", das bekundete Dupper und sprach den Zuhörern wohl aus der Seele mit seiner Feststellung, dass Ehrenamt "auch etwas Erfüllendes" sei.

Heute einen Verein zu führen, heißt nach den Worten von Franz Meyer auch: professionelle Buchhaltung und professioneller Umgang mit dem Finanzamt. Weil das Steuerrecht immer umfangreicher werde, seien Beratung und Information aus erster Hand dringend erforderlich. Der Landrat freute sich über "die geballte Kompetenz des Ministeriums" bei der Veranstaltung – der zweiten dieser Art in Passau nach der Premiere 2011. Er nutzte die Gelegenheit, eine Forderung besonders aus den Reihen der Sportvereine ins Licht zu rücken – basierend auf Überlegungen, ob etwa Mitgliedsbeiträge für gemeinnützige Vereine leichter von der Steuer abzusetzen wären. "Schließlich fördern diese Beiträge direkt und unmittelbar das Ehrenamt", merkte er an. Darüber nachzudenken sei eine Anregung, die das Ministerium von Passau nach München mitnehmen könne.

Rasch verpufft ist bei einigen Teilnehmern hingegen das Werben um Verständnis für die kurzfristige Absage des angekündigten Staatssekretärs Albert Füracker, laut Meyer den aktuellen politischen Ereignissen in Berlin geschuldet. Ursula Raida aus Neukirchen am Inn, nach eigenen Worten unter anderem im Böhmerwaldbund Schmidham engagiert, bewertete unter spontanem Beifall einiger Mitstreiter Fürackers Fernbleiben als "stillos und interesselos" gegenüber der Tätigkeit in den Vereinen, die durch das Steuerrecht ohnehin gefoltert würden. Ministerialrat Dr. Harald Brandl versicherte, dass der Staatssekretär gern nach Passau gekommen wäre. Der Experte aus der Steuerabteilung des Ministeriums erklärte dem Publikum ausführlich sowohl die Grundzüge als auch Neuerungen im Spendenrecht und bei der Umsatzsteuer, soweit für Vereine relevant. Seine Mitarbeiterin Ida Maschauer verschaffte den Zuhörern einen Überblick über die steuerrechtliche Bewertung der Mittelverwendung im Gemeinnützigkeitsbereich. Für Rückfragen stand auch Dr. Cessy Kühl, Sachgebietsleiterin am Finanzamt Passau, auf dem Podium zur Verfügung. Rund 50 Bedienstete waren in die Organisation und Durchführung des Abends involviert. Sie verteilten jede Menge Info-Materialien.

Probleme aus dem Vereinsalltag waren die Schwerpunkte bei der abschließenden Frage- und Antwort-Runde. Der Funktionär eines Skiclubs beispielsweise erkundigte sich danach, ob denn bei der Abwicklung von Ein- und Mehrtagesfahrten mit dem Einkassieren und Weiterreichen von Geld für Liftkarten und Hotelübernachtungen Umsatzsteuer anfalle. Ida Maschauer konnte den Fragesteller beruhigen: "Das sind reine durchlaufende Posten." Der Verein sei in diesem Fall ja nicht Leistungserbringer, so die Regierungsrätin. Anders stellt sich die Situation bei einem Vereinsfest bezüglich der Gage für die Live-Musik dar, wie die Referentin aus München unter Hinweis auf die vom Veranstalter erhobenen Eintrittsgelder zu bedenken gab, die in den Bereich des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs fielen. Dr. Brandl machte darauf aufmerksam, dass die steuerpflichtige Relevanz umso stärker greife, je mehr es sich dem Charakter nach um eine Showband handle. Für den klanglichen Rahmen des Info-Abends traf dies nicht zu: Die Knappenkapelle Kropfmühl, Kulturpreisträger des Landkreises Passau, erfüllte diesen Part – traditionell bravourös.

Bernhard Brunner

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