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18.01.2014 - Passauer Neue Presse

Der Wald ist heidelbeerblau

Hajo Blachs Seelenbilder über die Mystik der Bäume

Von Theresia Wildfeuer

Ausstellungseröffnung
Bilder vom blauen Wald präsentieren Organisatorin Roswitha Blab und Künstler Hajo Blach
-Foto: Wildfeuer

Waldmelodie, Wald-Meer, Waldinneres – beeindruckende "Seelenbilder" in leuchtendem Heidelbeerblau, dunklen Grün- und Violett-Tönen präsentiert der Maler Hajo Blach (70) aus Waldhäuser im Bayerischen Wald derzeit im Servicezentrum des Finanzamts Passau. Sein Lieblingsthema ist der Wald.

"Waldmelodie" nennt Hajo Blach, der aus einer Spiegelauer Glaserfamilie stammt, eines seiner Ölbilder. Es zeige die Sicht aus seinem Atelier im Künstlerdorf Waldhäuser, in dem auch Reinhold Koeppel und Heinz Theuerjahr lebten, auf den Wald. Seit rund 40 Jahren genieße er "diesen schönen Blick und diese selige Ruhe", erzählt der Bayerwaldmaler.

"Mein Thema ist der Wald, weil ich ihn vor der Haustüre habe, nach dem Motto ‚der Wald stirbt – der Wald lebt", schildert Hajo Blach. Wenn der große Wald sterbe, lebt der kleine. Man müsse sich nur bücken und "richtig hinsehen". Es ist "das Waldinnere", das ihn fesselt. Bewusster durch den Wald zu gehen und genau hinzuschauen, das möchte er den Betrachtern vermitteln.

"Es gibt den Heidelbeerwald und das ist meine innerste Farbe", sagt Blach. "Der Wald ist Blau", versichert der Maler. Wenn ab drei Uhr nachmittags das Licht kommt, leuchte alles in Blau. Es sei das "Waldmeer", das für ihn so friedlich und wichtig erscheint. Denn es beruhige. "Dort wo Waldwoge hinter Waldwoge steht…", zitiert er aus Friedrich Nietzsches "Zarathustra".

Das Blau entstehe, wenn man in den Wald hineingeht, sagt Blach. Dahinter verberge sich die Mystik des Waldes, die Farbigkeit der oft nicht gesehenen Blüten, der Farne, Heidelbeeren oder Lupinen. Es gibt für ihn keine schönere Farbe als das Blau zum Beispiel des Vergissmeinnichts. Und es sind die "Nicht-Blumen" inmitten des Waldmeers, jene Pflanzen, "die jeder übersieht", die Hajo Blach auf seinen Bildern festhält. "Variationen dieses geheimen Blühens" sind auf seinen weiteren "Blumenbildern" zu sehen, in denen Hajo Blach das Dunkle und Zauberhafte des Waldes zum Ausdruck bringt.

Zu einer anderen Arbeit inspirierte ihn das Gedicht "Märchen für zwei alte Hände" von Reiner Kunze. Es zeigt eine Frau, die sich vor dem Wald verbeugt und sich bückt, um etwas zu ernten. Auch die Literatur von Rupert Schützbach und Harald Grill regt den Künstler zum Malen an.

"Licht im Dunkeln" lautet der Titel von drei Ölbildern, welche die Angst im Wald thematisieren. Er sehe Licht, man müsse sich nicht fürchten, beruhigt der Künstler. Seine Pastelle auf Japanpapier sind "Blicke aus dem Wald", die auf Reisen nach Paris, Südfrankreich oder in die Bretagne entstanden sind. Es seien spontan gefertigte Skizzen, die Stimmungen und Empfindungen widerspiegeln, sagt Blach.

Hajo Blach, der 1943 in Spiegelau geboren wurde und seit frühester Jugend malt, ist Gründungsmitglied der Gruppe 91 und betreibt seit 1972 ein Atelier in Waldhäuser. Er stellte in Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich aus, ist Träger des Kulturpreises des Landkreises Freyung-Grafenau und des Bayerwaldpreises 2013.

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