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Häufig gestellte Fragen und Antworten

Geringfügige Beschäftigung ("Minijobs")

Inhaltsübersicht:

  1. Ich bin Arbeitgeber. Wohin muss ich die einheitliche Pauschsteuer von 2% abführen?
  2. Welche Grenzen sind bei Minijobs in Bezug auf Stundenlohn und wöchentliche Arbeitszeit zu beachten?
  3. Ich bin Hausfrau. Kann ich mehrere Minijobs nebeneinander ausüben?
  4. Muss ich bei Ausübung eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses für den Lohnsteuerabzug meine individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) mitteilen?
  5. Muss ich als Arbeitgeber die einheitliche Pauschsteuer von 2% zahlen oder kann ich den Lohnsteuerabzug anhand der individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale vornehmen?
  6. Muss ich meine Einkünfte aus dem Minijob in der Einkommensteuer-Erklärung angeben?
  7. Ich habe andere Einkünfte (z.B. Vermietung u. Verpachtung, Kapitalvermögen oder Rente). Kann ich einen Minijob ausüben?
  8. Kann ich bei meinem Arbeitgeber neben der Hauptbeschäftigung gleichzeitig einen Minijob ausüben?
  9. Kann ich neben der Hauptbeschäftigung gleichzeitig bei einem anderen Arbeitgeber einen Minijob ausüben?
  10. Ich bin Arbeitgeber. Kann ich die einheitliche Pauschsteuer von 2% auf den Arbeitnehmer abwälzen?
  11. In welchen Fällen wird die Lohnsteuer bei geringfügigen Beschäftigungen (Mini-Jobs) mit 20% pauschaliert?
  12. Wo erhalte ich Auskünfte zur Sozialversicherung?
  13. Gibt es während der Corona-Krise Erleichterungen bei Minijobs, um flexibel auf einen erhöhten Arbeitsanfall zu reagieren?
  14. Was versteht man unter einer kurzfristigen Beschäftigung? Wie ist hier die steuer- und sozialversicherungsrechtliche Handhabung?

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

1. Ich bin Arbeitgeber. Wohin muss ich die einheitliche Pauschsteuer von 2% abführen?

Die einheitliche Pauschsteuer von 2% führen Sie gemeinsam mit den Sozialabgaben an die Knappschaft-Bahn-See ab. Die Knappschaft-Bahn-See ist mit ihrer Minijob-Zentrale (www.minijob-zentrale.de) für den Einzug der Sozialabgaben und der einheitlichen Pauschsteuer zuständig und informiert Sie zu allen Fragen zum Thema Minijobs.

Kontaktdaten:
Anschrift: Knappschaft-Bahn-See, Minijob-Zentrale, 45115 Essen
Service-Telefon: 0355 2902-70799
Fax: 0201 384979797
E-Mail: minijob@minijob-zentrale.de

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2. Welche Grenzen sind bei Minijobs in Bezug auf Stundenlohn und wöchentliche Arbeitszeit zu beachten?

Die monatliche Verdienstgrenze für geringfügige Beschäftigungen beträgt 450,00 Euro. Eine zeitliche Begrenzung auf eine bestimmte wöchentliche Stundenzahl besteht nicht. Allerdings haben auch Minijobber Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Um die Entgeltgrenze nicht zu übersteigen ergibt sich dadurch indirekt eine Arbeitszeitbeschränkung. Zum 01.01.2020 wurde der gesetzliche Mindestlohn erneut angehoben. Er steigt von 9,19 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde (in bestimmten Branchen gilt hiervon abweichend auch ein höherer Mindestlohn, z. B. in der Gebäudereinigungsbranche). Um den Minijob nicht zu gefährden kann dadurch eine Anpassung der Arbeitszeit erforderlich werden, insbesondere wenn Minijobber den Mindestlohn erhalten und der Verdienst nahe der 450-Euro-Grenze liegt. Um die Verdienstgrenze zu wahren kann ein Minijobber ab 2020 monatlich rd. 48 Stunden arbeiten. Wird die monatliche Entgeltgrenze von 450 Euro hingegen überschritten, liegt kein Minijob mehr, sondern eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, vor.

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3. Ich bin Hausfrau. Kann ich mehrere Minijobs nebeneinander ausüben?

Ja.

Für die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung, ob die 450 Euro-Grenze überschritten ist, werden allerdings die Arbeitsentgelte aus den einzelnen Beschäftigungen zusammengerechnet.

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4. Muss ich bei Ausübung eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses für den Lohnsteuerabzug meine individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) mitteilen?

Nein.

Entrichtet der Arbeitgeber für den Minijob einen pauschalen Beitrag zur Rentenversicherung, so kann er die Lohnsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer mit einem einheitlichen Pauschsteuersatz von 2% des Arbeitsentgelts erheben.

Die Pauschalierungsmöglichkeit mit 2% ist als Kannvorschrift ausgestaltet. Anstelle der Pauschalierung kann der Arbeitgeber auch den Lohnsteuerabzug nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen durchführen. Für den Lohnsteuerabzug ist dem Arbeitgeber die Identifikationsnummer und das Geburtsdatum bekannt zu geben, damit dieser die von den Finanzbehörden elektronisch bereit gestellten Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) abrufen kann. Hierbei fallen bei Anwendung der Steuerklassen I bis IV allerdings keine Steuerabzugsbeträge an.

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5. Muss ich als Arbeitgeber die einheitliche Pauschsteuer von 2% zahlen oder kann ich den Lohnsteuerabzug anhand der individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale vornehmen?

Sie haben die Wahl.

Anstelle eine einheitlichen Pauschalsteuer von 2% an die Knappschaft-Bahn-See zu entrichten, können Sie auch nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen der Arbeitnehmer abrechnen. Zum Abruf der elektronisch bereit gestellten Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) ist allerdings die Identifikationsnummer und das Geburtsdatum der Arbeitnehmer erforderlich.

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6. Muss ich meine Einkünfte aus dem Minijob in der Einkommensteuer-Erklärung angeben?

Es gibt zwei Möglichkeiten.

Wenn der Arbeitslohn pauschal versteuert wurde, bleibt dieser bei einer Veranlagung zur Einkommensteuer außer Ansatz und muss nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben werden.

Erfolgte die Abrechnung nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen, müssen die Einnahmen bei Abgabe der Einkommensteuererklärung angegeben werden.

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7. Ich habe andere Einkünfte (z.B. Vermietung u. Verpachtung, Kapitalvermögen oder Rente). Kann ich einen Minijob ausüben?

Ja.

Die Versteuerung des Mini-Jobs erfolgt entweder durch Entrichtung einer pauschalen Steuer durch den Arbeitgeber oder nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen.

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8. Kann ich bei meinem Arbeitgeber neben der Hauptbeschäftigung gleichzeitig einen Minijob ausüben?

Nein.

Ein Arbeitnehmer kann für denselben Arbeitgeber nicht in zwei (gegenwärtigen) Arbeitsverhältnissen beschäftigt sein. Es gilt der Grundsatz des einheitlichen Beschäftigungsverhältnisses, und zwar auch dann, wenn es sich um unterschiedliche Tätigkeiten handelt.

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9. Kann ich neben der Hauptbeschäftigung gleichzeitig bei einem anderen Arbeitgeber einen Minijob ausüben?

Ja.

Neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung kann bei einem anderen Arbeitgeber eine geringfügige Beschäftigung ausgeübt werden. Für diese Nebenbeschäftigung sind die o.a. Pauschalabgaben vom Arbeitgeber abzuführen. Hinzu kommt aufgrund der Rentenversicherungspflicht für den Minijober die Differenz zwischen Regelbeitragssatz und Pauschalbeitrag in Höhe von 3,7% (bzw. 13,7% für Minijobber in Privathaushalten) des Arbeitslohns, sofern kein Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht für den Minijob gestellt worden ist. Jede weitere geringfügige Beschäftigung wird mit der sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung zusammengerechnet (Ausnahme: Arbeitslosenversicherung).

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10. Ich bin Arbeitgeber. Kann ich die einheitliche Pauschsteuer von 2% auf den Arbeitnehmer abwälzen?

Ja.

Der Arbeitgeber kann die pauschale Steuer im wirtschaftlichen Ergebnis auf den Arbeitnehmer abwälzen, sofern arbeitsvertragliche Regelungen dem nicht entgegenstehen. Die Höhe der pauschalen Steuer ist vom vereinbarten Arbeitsentgelt abhängig.

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11. In welchen Fällen wird die Lohnsteuer bei geringfügigen Beschäftigungen (Mini-Jobs) mit 20% pauschaliert?

Hat der jeweilige Arbeitgeber für das Arbeitsentgelt aus einer geringfügigen Beschäftigung einen pauschalen Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung von 15% oder 5% (bei geringfügiger Beschäftigung in einem Privathaushalt) nicht zu entrichten (z.B. bei Überschreiten der Entgeltgrenze von 450,00 Euro wegen der sozialversicherungsrechtlichen Zusammenrechnung mehrerer geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse), so kommt auch die einheitliche Pauschsteuer von 2% nicht in Betracht.

Der jeweilige Arbeitgeber kann aber die pauschale Lohnsteuer mit einem Steuersatz von 20% des Arbeitsentgelts erheben. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag (5,5% der Lohnsteuer) und die Kirchensteuer nach dem jeweiligen Landesrecht (in Bayern: 8% der Lohnsteuer).

Maßgebend für die Lohnsteuerpauschalierung ist die sozialversicherungsrechtliche Einordnung als geringfügig entlohnte Beschäftigung. Dabei ist die Arbeitsentgeltgrenze arbeitgeberbezogen zu prüfen. Eine Zusammenrechnung des Arbeitsentgelts für geringfügige Beschäftigungen bei anderen Arbeitgebern erfolgt aus steuerlicher Sicht nicht.

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12. Wo erhalte ich Auskünfte zur Sozialversicherung?

Fragen zur Sozialversicherung können von den Finanzämtern nicht beantwortet werden. Wenden Sie sich insoweit an die Minijob-Zentrale der Knappschaft-Bahn-See, die Sie unter der Telefonnummer 0355 2902-70799 oder im Internet unter www.minijob-zentrale.de erreichen. Dort finden Sie auch eine Vielzahl nützlicher Informationen und Broschüren rund ums Thema "Geringfügige Beschäftigung" bzw. "Minijobs".

Weitere Auskünfte zu Lohnsteuerfragen erteilen die Finanzämter.

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13. Gibt es während der Corona-Krise Erleichterungen bei Minijobs, um flexibel auf einen erhöhten Arbeitsanfall zu reagieren?

Das geltende Sozialversicherungsrecht bietet Spielräume für eine Mehrarbeit der Minijobber während der Corona-Krise. Bei einem nur gelegentlichen und nicht vorhersehbaren Überschreiten der monatlichen 450-Euro-Grenze liegt grundsätzlich weiterhin eine geringfügige Beschäftigung vor, auch wenn die für ein Jahr maßgebende Entgeltgrenze von 5.400 Euro überschritten wird. Als gelegentlich wird grundsätzlich ein Zeitraum von bis zu drei Monaten innerhalb eines Zeitjahres angesehen. Die Spitzenverbände der Sozialversicherung haben in einer Verlautbarung vom 30. März 2020 festgelegt, dass analog zur vorübergehenden Erhöhung der Zeitgrenzen für eine kurzfristige Beschäftigung (s. Frage 14) mit dem Sozialschutz-Paket von einem gelegentlichen Überschreiten der Entgeltgrenze für Minijobs für die Kalendermonate März bis Oktober 2020 auszugehen ist, wenn innerhalb eines Zeitjahres maximal in fünf Kalendermonaten ein nicht vorhersehbares Überschreiten vorliegt. Geringfügig entlohnt Beschäftigte können insoweit aufgrund der Corona-Krise in bis zu fünf Monaten Mehrarbeit leisten und dadurch die monatliche Entgeltgrenze von 450 Euro überschreiten, der Status als Minijobber bleibt dann erhalten.

Weitere Fragen zum Thema Minijobs in der Corona-Krise beantwortet die Minijob-Zentrale in ihren FAQ zum Coronavirus.

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14. Was versteht man unter einer kurzfristigen Beschäftigung? Wie ist hier die steuer- und sozialversicherungsrechtliche Handhabung?

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn der Arbeitnehmer eine Beschäftigung ausübt, die innerhalb eines Kalenderjahrs auf längstens drei Monate oder 70 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist. Diese Zeitgrenzen hat der Gesetzgeber aufgrund der Corona-Krise für den Zeitraum vom 1. März bis 31. Oktober 2020 auf 5 Monate bzw. 115 Arbeitstage erhöht. Insofern können kurzfristige Minijobs im vorgenannten Zeitraum länger bestehen, ohne sozialversicherungspflichtig zu werden. Weitere Informationen zu den Besonderheiten während der Corona-Krise finden Sie auch hierzu in den FAQ der Minijob-Zentrale (s. Frage 13).

Auf die Höhe des Verdienstes kommt es bei einem kurzfristigen Minijob nicht an. Eine kurzfristige Beschäftigung liegt jedoch dann nicht mehr vor, wenn sie berufsmäßig ausgeübt wird und das erzielte Arbeitsentgelt 450,00 Euro übersteigt. Berufsmäßig wird eine Beschäftigung u.a. dann ausgeübt, wenn sie nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Sie darf also nicht allein für die Sicherung des Lebensunterhalts bzw. Lebensstandards bestimmend sein. Berufsmäßigkeit liegt z.B. nicht vor, wenn die kurzfristige Beschäftigung neben einer Hauptbeschäftigung oder beispielsweise von Hausfrauen, Altersrentnern, Schülern und Studenten ausgeübt wird.

Für kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse fallen keinerlei Sozialversicherungsbeiträge an.

In steuerlicher Hinsicht kann der Arbeitgeber bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen wählen, ob er den Arbeitslohn aus einer kurzfristigen Beschäftigung gem. § 40a Abs. 1 EStG pauschal mit 25% (zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) oder nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen versteuert.

Die Voraussetzungen für eine pauschale Versteuerung weichen allerdings erheblich von den sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften für eine kurzfristige Beschäftigung ab. Voraussetzung für eine pauschale Versteuerung ist, dass der Arbeitnehmer bei dem Arbeitgeber gelegentlich, nicht regelmäßig wiederkehrend beschäftigt wird, die Dauer der Beschäftigung 18 zusammenhängende Arbeitstage nicht übersteigt und

  • der Arbeitslohn während der Beschäftigungsdauer 120,00 (bis 2019: 72,00) Euro durchschnittlich je Arbeitstag nicht übersteigt
    oder
  • die Beschäftigung zu einem unvorhersehbaren Zeitpunkt sofort erforderlich wird.

Außerdem darf der Arbeitslohn während der Beschäftigungsdauer durchschnittlich je Arbeitsstunde 15,00 (bis 2019: 12,00) Euro nicht übersteigen. Ob sozialversicherungsrechtlich eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt oder nicht, ist für die Pauschalierung der Lohnsteuer ohne Bedeutung.

Sind die steuerlichen Voraussetzungen für eine Lohnsteuerpauschalierung nicht erfüllt oder verzichtet der Arbeitgeber auf eine mögliche Pauschalierung, muss eine individuelle Versteuerung mit den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ggf. Steuerklasse VI) durchgeführt werden.

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