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Finanzamt Hersbruck
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Geschichte

Hersbrucks Geschichte reicht über ein Jahrtausend zurück. Der Ort entstand im 8. oder 9. Jahrhundert, als die Baiern aus dem Donauraum in unsere Gegend vorstießen. Da der Ort an einem wichtigen Pegnitzübergang einer uralten Handelsstraße zwischen Main und Donau lag, ließ ein Baiernherzog hier eine Brücke bauen und diese durch eine Burg schützen. Von dieser Brücke erhielt Hersbruck seinen Namen:

Haderihesprucga - die Brücke des Haderich.

Im Jahr 1003 wird Hersbruck erstmals urkundlich erwähnt, als dort zwischen dem Kaiser Heinrich II. und dem aufsässigen Markgrafen von Schweinfurt eine kriegerische Auseinandersetzung stattfindet. Es konnte aber nachgewiesen werden, dass die baierische Herzogswitwe Wiltrud bereits 976 die Hersbrucker Burg mit zahlreichen dazugehörenden Gütern zur Ausstattung ihres neugegründeten Klosters in Bergen bei Neuburg an der Donau erhielt. Sie war auch die Stifterin der Hersbrucker Kirche.

Wassertor

Wassertor

Im Jahr 1011 kam dann das Kloster Bergen mit seinen Hersbrucker Besitzungen an das von Kaiser Heinrich II. neugegründete Bistum Bamberg. Wegen seiner Bedeutung als südlicher Grenzort des Bistums und wegen seines befestigten Pegnitzüberganges hatte Hersbruck in dieser Zeit große wirtschaftliche Bedeutung. Schon 1057 erhielt deshalb der Bischof von Bamberg für den Ort das Markt-, Münz- und Zollrecht verliehen. Doch diese Entwicklung wurde bald gebremst durch den kometenhaften Aufstieg des nahen Nürnberg. Daran änderte sich auch nichts durch den Übergang des Herrschaftsrechts von Bamberg an die Staufer im Jahr 1188 und dann an die Wittelsbacher im Jahr 1269, oder durch die Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1297.

Ansatzpunkte für eine neue wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung zeigten sich erst wieder, als Kaiser Karl IV. Stadt und Amt Hersbruck für sein Königreich Böhmen erwarb. Statt des alten Nord-Süd-Weges erhielt nun die Ost-West-Verbindung von Nürnberg nach Prag große Bedeutung. Hersbruck wuchs, auch als die Wittelsbacher Stadt und Amt 1373 wieder zurückerwarben. Gegen Ende des Jahrhunderts entstand eine neue Befestigungsanlage, die um 1440 den heute noch erkennbaren Umfang einnahm. Die Stadtkirche wurde um diese Zeit neu erbaut, und im Nordosten des Mauerrings entstand ein Spital. Die bedeutenden gotischen Altäre in den Hersbrucker Kirchen, darunter der großartige Kirchenväteraltar in der Stadtkirche, stammen alle aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Einen entscheidenden Einschnitt für Hersbrucks Geschichte brachte das Jahr 1504, als Hersbruck im Bayerischen Erbfolgekrieg von der Reichsstadt Nürnberg erobert und in ihr Territorium einverleibt wurde. Bei der Besetzung durch die Nürnberger war das Rathaus "vom Pulver entzündet worden und zum Teil abgeprunnen". Unter dem strengen Regiment des Nürnberger Rates blühten Handel und Gewerbe neu auf. Hersbruck mit seinem ebenfalls nürnbergisch gewordenen bäuerlichen Hinterland stellte einen wichtigen Faktor für die Versorgung der Reichsstadt dar. Auch strategisch war das befestigte Hersbruck mit seiner Burg, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts in ein stattliches Renaissance-Schloß für den reichsstädtischen Pfleger umgebaut wurde, von Bedeutung.

Über dem heutigen Hersbruck schwebt noch immer ein Hauch dieser reichsstädtischen Zeit. Nicht nur das Pflegschloss, auch das ihm gegenüberliegende ehemalige Kastenamt (Finanzamt) und zahlreiche Bürgerhäuser sind in dieser Epoche neu erstanden. 1738 erhielt auch die noch auf die Äbtissin von Bergen zurückgehende Stadtkirche ein neues Schiff und ihre barocke Innenausstattung. Das über dem Stadtwappen im Chor angebrachte reichsstädtische Wappen und die Wappen der Nürnberger Landpfleger über dem Torbogen machen auch heute noch deutlich, wer damals in Hersbruck das Sagen hatte. Erst 1806, im Zuge der Neuordnung Europas durch Napoleon, kam Hersbruck wieder an Bayern zurück. Es wurde Sitz mehrerer königlich bayerischer Behörden, vor allem eines Landgerichts, das die Funktionen eines Landratsamtes und eines Amtsgerichts vereinigte, und des Rentamtes, das das Kastenamt ablöste. Jahrhundertelang war es ein Zentrum des Hopfenbaus und des Hopfenhandels, der den Wohlstand mehrte. Der Anschluss an zwei Bahnlinien, an die Bayerische Ostbahn von Nürnberg nach Amberg 1859 und an die Bahnlinie Nürnberg - Bayreuth 1877, brachte Auftrieb und die Anfänge einer industriellen Entwicklung, aber eine Industriestadt ist Hersbruck nicht geworden. Am Ende des Zweiten Weltkriegs hatte das Städtchen bange Tage zu überstehen, kam aber mit verhältnismäßig geringen Verlusten an Menschenleben und Gebäuden davon. Unmittelbar nach dem Einmarsch der Amerikaner ging das Rathaus erneut in Flammen auf.

Bis in die Nachkriegszeit blieb Hersbruck ein ruhiges Amtsstädtchen und wirtschaftlicher Mittelpunkt für sein Hinterland. Erst in den 60er Jahren siedelten sich neue Industrieunternehmen an.

Hersbruck präsentiert sich heute als aufstrebende, liebenswerte Stadt mit allen Einrichtungen eines Mittelzentrums, mit leistungsfähigen Unternehmen und Dienstleistungsbetrieben in einer wunderschönen Landschaft.

 

... und "seines" Finanzamts

Das Finanzamt "begleitete" geschichtlich die Stadt Hersbruck nur auf der letzten Strecke Wegs. Seinen historischen Ahn hatte es im Kastenamt der ehemaligen Reichsstadt Nürnberg, das in dem eigens dafür errichteten Kastenhaus untergebracht war.

Es unterstand, wie das Pflegeamt, das in dem im Mittelalter errichteten Schloss eingerichtet war, dem Landpflegeamt Nürnberg. Der Pfleger nahm die Verwaltung und Gerichtsbarkeit wahr, der Kastener war der Finanzbeamte. Er erhob die Getreidegebühren und zahlte die Gehälter aus.

Zwei Jahre nach der Eingliederung Nürnbergs nach Bayern im Jahre 1806 wurde das Pflegeamt Landgericht und das Kastenamt Königlich Bayerisches Rentamt.

Gebäude Finanzamt Hersbruck

Finanzamt Hersbruck

Die ständige Aufwärtsentwicklung der Finanzverwaltung, die zu erheblicher Raumnot des seit 1840 im Pflegeschloss untergebrachten Rentamtes bzw. (nach dem Aufbau der einheitlichen Reichsfinanzverwaltung) Finanzamts führte, machte im Jahr 1925 die Errichtung eines neuen Amtsgebäudes notwendig. Auf einem von der Stadt Hersbruck zur Verfügung gestellten Bauplatz, die andernfalls den Verlust der Behörde an die Nachbarstadt Lauf hätte befürchten müssen, wurde der Neubau Amberger Str. 54 errichtet und im August 1926 bezogen.

Bis zur Errichtung der einheitlichen Reichsfinanzverwaltung und damit von Finanzämtern, war das Rentamt und jetzige Finanzamt Hersbruck mit der Bearbeitung folgender Steuerarten beauftragt: Grundsteuer, Haussteuer, Gewerbesteuer, Kapitalrentensteuer, Einkommensteuer, Wandergewerbesteuer, Erbschaftsteuer und ab 1916 Umsatzsteuer. Außerdem oblag dem Rentamt die Verwaltung und Einhebung des Bodenzinses zur Staats- und Ablösungskasse sowie die Einhebung der Holzgelder und sonstigen Forstgefälle.

Das Rentamt war auch mit der Durchführung des Wehrbeitragsgesetzes nach dem Stichtag von 1913 befasst, das mit dem Charakter einer Steuer vom Einkommen und Vermögen erstmalig für das ganze Reichsgebiet erhoben wurde. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges hatte dann die Einführung neuer Steuern zur Folge. Nach dem unglücklichen Ausgang des Ersten Weltkrieges und der Gründung der einheitlichen Reichsfinanzverwaltung, deren Vorläufer schon in der Errichtung des Reichfinanzhofes durch Gesetz vom Oktober 1918 zu sehen war, wurden neue Steuern eingeführt, die dann gleichmäßig im gesamten Reichsgebiet festgesetzt und erhoben wurden. Es handelte sich in erster Linie um das Steuerbukett, das in der sogenannten Kleinen und Großen Weimarer Finanzreform unter Matthias Erzberger zusammengefasst war. Folgende Steuerarten sind besonders erwähnenswert: Kriegssteuer 1916 vom Mehreinkommen, Kriegssteuer 1917, Kriegsabgabe 1918, Kriegsabgabe 1919 vom Vermögenszuwachs nach dem Stande vom 30. 6.1919, Reichsnotopfer, Zwangsanleihe, Brotversorgungsabgabe und die Steuern, die im Zusammenhang standen mit der allmählich hereinbrechenden Inflation.

Als Markstein in der Einkommensbesteuerung gilt das erstmalig im ganzen Reichsgebiet angewandte Einkommensteuergesetz vom 29.03.1920, das gekennzeichnet war durch die Rivalität der in der Einkommensbesteuerung herrschenden Theorien, nämlich der Quellentheorie und des Schanz-Schmoller´schen Begriffs des Reinvermögenszuganges. In diese Zeit fiel auch der erste Versuch, die Einkommensteuer an der Quelle zu erheben, wie sie bei der Lohnsteuer und Kapitalertragsteuer ihren sichtbaren Ausdruck findet. Die fortschreitende Geldentwertung brachte es mit sich, dass im Grunde genommen eine Veranlagung nach dem Einkommensteuergesetz in der Fassung vom 29.03.1920 nicht mehr erfolgte. Es traten zahlreiche Änderungen ein, die auf die fortschreitende Inflation ausgerichtet waren. Erst im Jahre 1925 wurde ein neues Einkommensteuergesetz geschaffen, als dessen Vater der ehem. Preussische Finanzminister Dr. Johannes Popitz gilt.

Die Wirren des unseligen Zweiten Weltkriegs und seine Folgen machten auch vor dem Finanzamt Hersbruck nicht Halt. Im April des Jahres 1945 musste der Dienstbetrieb eingestellt werden. Das Dienstgebäude diente fortan der Unterbringung amerikanischer Besatzungstruppen und konnte erst Ende Oktober des gleichen Jahres wieder seiner eigentlichen Funktion zugeführt werden.

Seither eingetretene Aufgabenmehrungen, vornehmlich resultierend aus der Neugliederung der Landkreise ("Gebietsreform") zum 01.07.1972, konnten nur durch den Ankauf eines zweiten (Amberger Str. 76) und die Anmietung weiterer Dienstgebäude (Amberger Str. 82 und Lohweg 1 und 9) räumlich aufgefangen werden. Im März 2001 wurde darüber hinaus in der Innenstadt im Postgebäude Unterer Markt 2 ein Servicezentrum eingerichtet.

Diese insgesamt ineffiziente bauliche Zergliederung wurde durch den Neubau eines Dienstgebäudes im Jahr 2009, in dem nun alle Arbeitsgebiete des Finanzamts Hersbruck untergebracht sind, beendet.

Stand: Mai 2016 Verfasser: Albrecht Reinert

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