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Hauptinhaltsbereich

Geschichte

Historische Entwicklung des Amtsbezirks, Geschichte des Finanzamts und der Dienstgebäude

Inhaltsübersicht:

Finanzamt Cham

In vorgeschichtlicher Zeit war das Chamer Gebiet von Kelten bewohnt. Im Jahr 511 errichtete der Bayernherzog Theodo die Tetrarchie der Chamber, woraus unter Herzog Odilo die Markgrafschaft "zu Chamb auf dem Nordgau" entstand.

Cham selbst wurde 737 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits damals war Cham ein Verkehrsknotenpunkt. Es traf hier die alte Salzhandelsstraße Regensburg - Cham - Prag mit der Route Nürnberg - Cham - Prag zusammen, geschnitten von der Nord - Süd - Verbindung nach Straubing.

Der heutige Landkreis, aber besonders die Stadt Cham, wurde 1742 vom Trenck dem Panduren so rücksichtslos geplündert und verwüstet, dass nach 10 Jahren noch die Kaiserin Maria Theresia persönlich nach Cham reiste, um die noch offenen Wunden zu heilen.

Bedeutendster Sohn der Stadt Cham ist Graf Luckner, Marschall von Frankreich und "Vetter" des französischen Königs.

Mit den verschiedensten Steuerverwaltungen hatte die Bevölkerung des heutigen Landkreises eine enge, aber keineswegs innige Verbindung. 1429 bereits hatten sich 46 Ritter, die sogenannten Löwler, in der Goldenen Krone zu Cham versammelt, um die Steuerzahlung an den Bayernherzog Albrecht IV. zu verweigern. Nur dem persönlichen Eingreifen Kaiser Maximilians war es zu verdanken, dass ein Bruderkrieg vermieden wurde.

Auch der erste Rentbeamte, der 1814 genannt wird, war erheblich angefeindet. Selbst noch in jüngster Zeit im Jahr 1926 kam die negative Einstellung der Chamer Bürger durch passiven Widerstand der Steuerzahler, von den Zeitgenossen als Steuerstreik bezeichnet, zum Ausdruck. Nicht weniger als 95 % aller Steuerpflichtigen kamen damals in den Beitreibungszwang. Sogar der damalige Reichstagsabgeordnete und Herausgeber der "Chamer Heimatzeitung" Hans Eder rief in öffentlichen Parteiversammlungen zum Steuerstreik auf.

Mit dem Bau des jetzigen Amtsgebäudes an der Reberstraße wurde im Jahr 1925 begonnen. Am 15. Dezember 1926 konnte das Gebäude bezogen werden.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Finanzamtsgebäude von den US-Besatzungstruppen beschlagnahmt und als Truppenquartier bis zum Juli 1947 verwendet. In dieser Zeit wurde das Amt zunächst behelfsmäßig in einer Verwaltungsstelle des ehemaligen Reichsarbeitsdienstes in der Further Straße 2 untergebracht, bis es in das frühere Wehrmeldeamt Waldschmidtstraße 15 umsiedelte.

Erst nach dem Auszug der US-Truppen konnte die Finanzverwaltung das Gebäude zusammen mit der Landpolizeiinspektion Cham und einer Nebenstelle der Handwerkskammer Regensburg wieder nutzen.

Infolge der Gebietsreform im Jahr 1973 reichten die Diensträume nicht mehr aus. Es wurde deshalb ab 1.8.1973 bis 31.1.1981 das alte AOK-Gebäude in der Gerhochstraße 2 angemietet.

Ab dem 1.2.1981 wurde ein größeres Gebäude in der Ludwigsstraße 15 angemietet, da die bisher gemieteten Büroflächen nicht mehr ausreichten. Dieses Mietverhältnis kündigte die Stadt Cham im Jahr 1987 um dort die Holzakademie unterbringen zu können.

Im Januar 1988 konnten daher die in den gekündigten Mieträumen untergebrachten Arbeitsgebiete in das Gebäude Probsteistraße 6 umziehen. Zusätzlich wurden im Nachbargebäude, Probsteistraße 8 130 qm Bürofläche angemietet.

Im Jahr 1985 wurde im Finanzamtsgebäude das Dachgeschoss ausgebaut und im Juni 1989 mit einem Erweiterungsbau begonnen, der im März 1992 bezogen wurde. Nach fast 20 Jahren waren wieder alle Arbeitsgebiete in einem Gebäude untergebracht.

Ab 1.1.1994 wurden weitere Aufgaben (Errichtung einer Betriebsprüfungs- und Körperschaftsteuerstelle) an das Finanzamt Cham verlagert. Um den Raumbedarf dafür zu schaffen wurde das leerstehende , staatseigene Gebäude in der Ludwigsstraße 31 ab Juli 1993 renoviert und im Mai 1994 durch die Betriebsprüfung bezogen.

Im Rahmen der Neuorganisation und Optimierung der Finanzamtsaußenstellen wurden die Amtsbezirke des Stammamts Cham und der Außenstellen Bad Kötzting und Waldmünchen zu einem gemeinsamen Amtsbezirk zusammengeführt. Hierdurch konnten einzelne Aufgaben in einer Dienststelle zentralisiert werden.

Zum 01.02.2021 wurden die Arbeitsplätze der Außenstelle Waldmünchen mit den zugehörigen Aufgaben an die erweiterte Außenstelle in Bad Kötzting verlagert. Die bisherige Außenstelle Waldmünchen wurde ebenfalls erweitert und gehörte fortan als Bearbeitungsstelle dem Finanzamt Erlangen an.

Außenstelle Bad Kötzting

Das denkmalgeschützte Finanzamtsgebäude Bahnhofstraße 3 wurde im Jahre 1906 fertiggestellt. Die frühere Bezeichnung "Königlich-Bayerisches-Rentamt" ist auch heute noch über dem Eingangsbereich in Stein gemeißelt zu lesen. 

Eingangsbereich des Finanzamtsgebäudes in Bad Kötzting

Seit 1.4.1997 konnte zusätzlich das ehemalige Gesundheitsamt (Bahnhofsweg 2) übernommen werden. Hier befindet sich die Bewertungsstelle für den gesamten Landkreis Cham.

Im Zuge der Behördenverlagerung in den Landkreis Cham im Rahmen der Heimatstrategie des Freistaates Bayern wurde in den Jahren 2019 bis 2021 das Jugendstilgebäude der sog. Holzapfelschule in Bad Kötzting zum Zweck der Erweiterung der Außenstelle umfassend saniert und komplett barrierefrei gestaltet. Zum 01.02.2021 wurde der Dienstbetrieb in der Holzapfelschule aufgenommen. 20 Arbeitsplätze mit den zugehörigen Aufgaben wurden von der bisherigen Außenstelle Waldmünchen an die Außenstelle des Finanzamts Cham in Bad Kötzting verlagert.

Außenstelle Waldmünchen

Mit der Gebietsreform und der Neugliederung der Finanzämter am 1.7.1973 wurde das bis dahin selbstständige Finanzamt Waldmünchen als Außenstelle dem Stammfinanzamt Cham angegliedert.

Der damalige Amtsbezirk der Außenstelle Waldmünchen grenzte an die CSSR bzw. dann Tschechische Republik im Osten und die Amtsbezirke der Finanzämter Schwandorf - Außenstelle Neunburg v. W., im Norden und Cham (Stammfinanzamt) im Süden.

Er umfasste 293,54 qkm mit 17.000 Einwohnern.

Bis zum 8. Jahrhundert stand das Gebiet unter slawischer Vorherrschaft, eine ganze Reihe von Siedlungen des Oberpfälzer Waldes geht auf slawischen Ursprung zurück, so wahrscheinlich auch die Stadt Rötz und die Gemeinde Premeischl. Erst als es in den Jahren 791 bis 799 Karl dem Großen gelang, die Slawen nach Böhmen zurückzudrängen und das bayerische Herzogtum in sein Reich einzugliedern, war es möglich, das Grenzland gegen die Slawen zu befestigen und die weitgehend menschenleeren Gebiete im Osten zu kolonialisieren.

Waldmünchen entstand zwischen 900 und 1000 n.Chr., und zwar, wie der Name sagt, als mönchische Gründung. Eine Vermutung geht dahin, dass Mönche des Klosters Chammünster anlässlich des Ungarnüberfalls im Jahre 910 in die Wälder flüchteten und den Ort gründeten. Andere meinen, dass es sich bei Waldmünchen um eine Kolonisationsgründung, die vom Kloster Walderbach ausging, handelt.

Schon im 13. Jahrhundert wurde der größte Teil des Gebiets um Waldmünchen wittelsbachisch. Bei den verschiedenen Landesteilungen Bayerns wurde es jedoch bald zu Niederbayern, bald zu Oberbayern bzw. zur Pfalz geschlagen. Bereits im Jahre 1270 führte Waldmünchen die Bezeichnung Stadt, offiziell wurden dem Markt die Stadtrechte jedoch erst im Jahre 1281 übertragen. Rötz wurden 1307 die Marktrechte, zwischen 1495 und 1505 die Stadtrechte gewährt.

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts hatte das Gebiet stark unter den Einfällen der Hussiten zu leiden. So wurde Waldmünchen 1428 und 1433 von diesen eingenommen und zerstört. 1433 bot der Pfalzgraf Johann von Neumarkt und Neunburg das Landvolk und den benachbarten Adel auf und schlug die Hussiten in der Schlacht bei Hiltersried vernichtend. Auch unter den folgenden großen Kriegen hatte Waldmünchen und seine Umgebung sehr zu leiden. 1622 wurde es von Kurfürst Maximilian eingenommen. 1634 im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden erobert, desgleichen noch einmal im Jahre 1648. 1703 drangen die Österreicher in die Stadt, 1742 wurde sie von den Panduren, 1778 erneut von den Österreichern besetzt. Mit der Neuordnung des Bayerischen Lande zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam das Gebiet zum Regierungsbezirk Oberpfalz.

Die Städte Waldmünchen und Rötz waren im Mittelalter Sitze von Pflegeämtern. "Hoch über der Stadt" im Schloss wurden in Waldmünchen die Gefälle und Naturalzehnte eingehoben und verwaltet. Später wurde ein kurfürstlicher Finanzbeamter beim Pflegeamt Waldmünchen eingesetzt. Er wurde auch "Umgelder" oder "Rentbeamter" genannt. Im Jahre 1802 wurden die Pflegeämter Waldmünchen und Rötz zum Rentamt Waldmünchen vereinigt und in einem Haus in der heutigen Schloßgasse untergebracht.

1855 erwarb der Bayerische Staat um 8.000 Gulden das im Jahre 1853 von einem Rotgerber in der heutigen Bahnhofstraße errichtete "große Haus". Zunächst diente dieses der Verwaltung der Forstbehörden, später rentamtlichen Zwecken. 1911 wurde das Gebäude umgebaut und in südlicher Richtung erweitert. In den Jahren 1962 bis 1967 wurde es durch weitere kleinere Umbauten modernisiert und völlig überholt.

Als Nachfolger des bayerischen Rentamts befand sich bis zum 29.01.2021 in diesem Gebäude das Finanzamt, besser gesagt, die Finanzamtsaußenstelle des Finanzamts Cham, wie sie im Zuge der Reform der bayerischen Finanzämter im Jahre 1973 aus dem ehemals selbstständigen Finanzamt Cham Außenstelle Waldmünchen hervorgegangen bzw. verblieben ist.

Zum 01.02.2021 wurde die bisherige Außenstelle Waldmünchen des Finanzamts Cham aufgelöst, die 20 Arbeitsplätze mit den zugehörigen Aufgaben wurden an die verbliebene Außenstelle Bad Kötzting verlagert. Zugleich wurden im Zuge der Behördenverlagerung in den Landkreis Cham im Rahmen der Heimatstrategie des Freistaates Bayern über 40 Arbeitsplätze vom Finanzamt Erlangen nach Waldmünchen verlagert. Seit dem 01.02.2021 ist im Gebäude der bisherigen Finanzamtsaußenstelle und in einem daneben neu errichteten Erweiterungsbau eine Bearbeitungsstelle des Finanzamts Erlangen untergebracht.

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