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Dienstgebäude
Finanzamt Straubing
Fürstenstr. 21
94315 Straubing
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Öffnungszeiten Servicezentrum
Montag-Mittwoch: 7.30-13.00
Donnerstag: 7.30-18.00
Freitag: 7.30-13.00
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E-Mail:
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Hauptinhaltsbereich
Geschichte des Amtes
Vom herzoglichen Kastenamt zum modernen Finanzamt
Aus der Geschichte des Straubinger Finanzamts und seiner Gebäude im Herzogschloss
Das Finanzamt Straubing ist in den weitläufigen historischen Gebäuden des Straubinger Herzogschlosses im Nordosten der Neustadt untergebracht. Als Herzog
Albrecht I. aus der Wittelsbacher Zweiglinie Straubing – Holland 1356 den Bau
des Residenzschlosses am damaligen Donaualtwasser in Angriff nahm, waren im
Bauprogramm zahlreiche Ämter zur Regierung und Verwaltung der niederbayerischen
Landesstelle vorgesehen. Vor allem die der Stadt zugewandten Süd- und Osttrakte
dienten der Abgabenerhebung im herzoglichen Kastenamt und im Rentmeisteramt. Man
kann geradezu von einem niederbayerischen Behördenzentrum sprechen. Seit rund
650 Jahren dient somit ein Teil der Schlossgebäude in ununterbrochener Folge der
Abgabenerhebung. Im herzoglichen Kastenamt (Ostflügel des Schlosses) mussten die
dem Landesfürsten grundbaren Untertanen, die sich in einer pächterähnlichen
Stellung befanden, für die Grund- und Hofüberlassung Abgaben in Geld und
Naturalien leisten. In den herzoglichen Getreidespeichern wurde das
Abgabengetreide vom Kastner und seinen Gehilfen eingelagert. Als Gerichtsherr
konnte der Herzog von seinen Untertanen die sogenannte Mai- und Herbststeuer als
"gewöhnliche Steuern" erheben und auch Frondienste verlangen. Nur in besonderen
Notlagen, z.B. in Kriegszeiten oder zur Aussteuer einer Prinzessin genehmigte
die "Landschaft", bestehend aus Adel, Prälaten und Städten (Vorläufer des
heutigen Landtages) dem Landesfürsten eine außergewöhnliche Steuer, die im
Landschaftssteueramt (heute Weinhaus Klarl) erhoben wurde. Die erste bekannte
Steuer (Stiura = Beihilfe) war eine Vieh- und Klauensteuer, die im Jahre 1302
den bayerischen Herzögen bewilligt wurde. Dieses System der zweigeteilten
Finanzverwaltung – Grundabgaben in den herzoglichen, adeligen oder klösterlichen
Kastenhöfen einerseits und Landssteuern in den Landschaftssteuerämtern
andererseits – bestand bis zur Abgabenreform durch den bayerischen Minister Graf
von Montgelas im Jahre 1802.
Unter Montgelas begann mit der Abschaffung der geistlichen Grundherrschaften die Bauernbefreiung. Anschließend wurden auch die adeligen Grundherrschaften aufgelöst. Für den staatlichen und königlichen Finanzbedarf wurden mit Verordnung vom 24. März 1802 die Rentämter neuen Rechts geschaffen – die unmittelbaren Vorläufer der heutigen Finanzämter. Das Königlich Bayerische Rentamt Straubing konnte die Räume des ehemaligen Regierungsgebäudes in der westlichen Schlosserweiterung am "Rentamtsberg" beziehen. Der im Kern spätgotische Verwaltungsbau war zu Regierungszeiten 1738 entkernt und umgebaut worden, wobei die Münchener Hofbaumeister Effner und Gunetzrhainer die herrliche Fassade im höfischen Rokoko gestalteten. 1919 wurde die Landesbehörde "Rentamt" in "Finanzamt" umbenannt und "verreichlicht", d.h. der Kompetenz des Deutschen Reiches unterstellt. Das Jahr 1932 brachte für das benachbarte Finanzamt Mitterfels die Auflösung im Rahmen einer Verwaltungsreform. Dessen Erhebungsgebiet kam zum Finanzamt Straubing. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Finanzämter wieder Landesbehörden. Eine weitere einschneidende Maßnahme war die Auflösung des Finanzamts Mallersdorf im Rahmen der Gebietsreform im Jahre 1973. Der größte Teil des Landkreises Mallersdorf wurde dem Landkreis Straubing-Bogen zugeschlagen und kam damit zum Wirkungskreis des Finanzamts Straubing. Insbesondere wegen dieses Aufgabenzuwachses war eine bauliche Finanzamtserweiterung erforderlich. Eine stillgelegte Bäckerei wurde zu diesem Zweck in der Fürstenstraße aufgekauft und abgebrochen und der ehemalige Landratsamtsbau am Schlossplatz konnte vom Staat übernommen werden. In den Jahren 1977 bis 1981 entstand unter Einbeziehung des alten Landratsamtes ein Neubau, der heute hauptsächlich die Veranlagungs- und Bewertungsstellen beherbergt. Bei einer weiteren großangelegten Umbau- und Sanierungsmaßnahme wurden in den Jahren 1990 bis 1995 der spätgotische Süd- und Ostflügel, einst herzogliches Rentmeisteramt und Kastenamt, für Finanzamtszwecke umgestaltet. Einbezogen in die Renovierungsarbeiten wurde auch der Torturm, in dessen 2. Obergeschoss ein spätgotischer Wappenfries mit Herscher- und Vitztumswappen aus der Straubinger Schlossgeschichte zum Vorschein kam. Betriebsprüfungsstelle, Körperschaftsteuerstelle und die Veranlagungsstelle für Personengesellschaften sind nun im sanierten Süd- und Ostflügel untergebracht. Mit Hilfe moderner EDV-Anlagen und gut geschultem Personal wird heute das Finanzamt Straubing den Anforderungen des modernen Steuerrechts gerecht.