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Finanzamt Starnberg
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Geschichte

Das Dienstgebäude des Finanzamtes Starnberg, das Schloss Starnberg, wird als Burggründung den Grafen von Andechs-Meranien zugesprochen und ist etwa auf das 11. Jahrhundert datiert. Als Wehranlage ist die Burg aber sicher sehr viel älter, wie die strategische Lage vermuten lässt. Es erscheint sehr wahrscheinlich, dass bereits die Römer - ähnlich der Befestigungen im nahen Leutstetten - zur Absicherung der Römerstraße vom Ammersee über Starnberg nach Gauting, auf dem Rücken der zum See hin auslaufenden Eiszeitmoräne, Festungsbauten errichtet haben.

Urkundlich erwähnt wird das Schloss Starnberg erstmals 1244 als "Starnberch Castrum", als die Burg in den Kämpfen zwischen den Andechsern und Wittelsbachern bedeutsam wurde. Der Name, den heute noch Stadt und Schloss tragen, soll von dem 1208 namentlich erwähnten Ritter Wernher Miles de Starnberk stammen, dessen Geschlecht als Ministeriale der Andechser Grafen auf der Burg saßen. Der erste Seerichter, der zugleich die Burg verwaltete, hatte seit 1346 seinen Sitz auf der Burg.

Um etwa 1360 übernahmen die Wittelsbacher unter Herzog Stephan II. die Burg von dem Grafen von Andechs. Die Gemahlin von Herzog Ernst, Elisabeth von Mailand, der er die Burg als Morgengabe verschrieben hatte, trug zu ihrer Umgestaltung bei. Von Herzog Albrecht III., dem Sohn von Herzog Ernst und der Gemahlin Agnes Bernauer, wird berichtet, dass er die Burg durch Neugestaltung wohnlicher gemacht hat. Von 1446 an hat er sich fast ausschließlich dort aufgehalten. Aus Rechnungen geht hervor, dass das Schloss eine Kapelle besaß und als Jagdschloss diente, von wo aus die Herzöge der Jagd frönten.
Herzog Albrecht IV. begann mit der Umfunktionierung zum Lustschloss und zur Sommerresidenz und brachte somit Glanz, Prunk und höfisches Leben an den See.

Herzog Albrecht V., der ab 1550 regierte, war wie viele Wittelsbacher sehr baufreudig. Er begann mit gärtnerischen Spielereien und vergrößerte den bereits bestehenden Schiffspark um eine Lustflotte nach venezianischem Muster. Immer mehr Gäste kamen nach Starnberg und da der Platz auf der Burg durch das Hofpersonal und die Regierungsbeamten belegt war, ließ er am Südende des Burgbergs, dort wo heute die barocke St. Josephskirche steht, ein Sommerhaus bauen. Zudem ließ er zur Verpflegung des Hofstaates und der Gäste eine Pastetenbäckerei, ein Schlachtgewölbe, einen Weingarten und eine Eishalle anlegen. Zwei Tanzflächen, eine im Freien und die andere im Sommerhaus dienten dem höfischen Tanzvergnügen.

Finanzamt Starnberg Herzog Wilhelm V. und sein Sohn Maximilian, der spätere Kurfürst, folgten als Herren auf Schloss Starnberg, aber der ursprüngliche Glanz verflog nun langsam. Der 30-jährige Krieg zog auf und 1643 erstürmten die Schweden das Schloss, raubten es aus und zerstörten einen Teil davon. Im Interesse der durch den Krieg verarmten Bevölkerung ließ Kurfürst Maximilian I. am Schloss nur das Nötigste wieder herrichten.

Dies änderte sich als sein Sohn Ferdinand Maria die Nachfolge als Kurfürst antrat. Mit ihm und seiner französischen Gattin Henriette Adelheid von Savoyen zog dann um 1660 wieder höfischer Prunk an den See und auf den Schlossberg. Zum höfischen Treiben gehörten Feste, Jagden, Turniere, Feuerwerke und die Schifffahrt mit dem Prunkschiff "Buzentaur" (37 m lang, 10 m breit, 2 Masten und 110 Ruder). Die Gestaltung des Schlosses im Inneren entsprach dem damaligen barocken Repräsentationsanspruch der Fürsten. Es gab 16 Fürstenräume, die alle in eine Flucht auf der dem See zugewandten Seite lagen und mit Seidentapeten, Intarsiendecken, Gobelins, Bordüren, Spiegeln und Gemälden ausgestattet waren.

1734 ging ein großer Teil des barockisierten Schlosses durch Brand infolge Blitzschlag verloren. Seit Kurfürst Max III. Joseph, der sich uninteressiert für das einst von seinen Vorgängern so bevorzugte Schloss zeigte, wurde das Gebäude sehr vernachlässigt. Die prächtigen Türme wurden nicht mehr aufgebaut, andere Teile des Schlosses abgerissen.

Finanzamt StarnbergSeit 1803 wird das Schloss nur noch für die staatliche Verwaltung genutzt. Es wird Dienstgebäude des Rentamts (früher Kostenamt) und des Forstamts. In den oberen Geschossen wurden die weiträumigen Wohnungen der beiden Amtsvorstände, im Westteil Wohnungen für weitere Beamte eingerichtet. Der Bankettsaal wurde für die Registratur aufgelassen und in den Fürstenzimmern die schönen Täfelungen und Stuckverzierungen beseitigt; nur zwei holzbemalte Decken blieben bis zum heutigen Tag erhalten.

Durch Raumbedarf bedingt werden bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein alle Wohnungen - auch die der beiden Amtsvorstände - zu Dienstzimmern umgebaut. Vom Finanzamt Starnberg wird zudem das im 19. Jahrhundert an das Schloss angebaute Amtsgerichtsgebäude benutzt, nach dem diese Behörde 1960 ein neues Amtsgebäude bezogen hat.

In den Jahren 1969 bis 1972 wurde das Schloss völlig entkernt und umgebaut (Baukosten ca. 3,4 Mio. Euro) und die Beschäftigten in dieser Zeit in Holzbaracken im Schlossgarten untergebracht. Erhalten blieben hierbei nur die mit umfangreichen Sanierungs- und Verpressungsarbeiten gesicherten Außenmauern nach Norden, Osten und Süden. Der Westtrakt wird von der vorher fehlenden Unterkellerung her völlig neu aufgezogen. Der Anbau des Amtsgerichts wird ersatzlos abgerissen. Neben der notwendigen Erneuerung der Bausubstanz wurden im Schloss selbst neue und funktionelle Amtsräume geschaffen. Das Schloss sollte aber auch nach außen hin wieder repräsentativ wirken. Vor allem der Schlosshof konnte durch ein schmiedeeisernes Tor geöffnet und durch Freilegung der Arkaden, Einbau eines Brunnens und der Aufstellung eines überlebensgroßen Bronzeakt (genannt "die schöne Starnbergerin") des bekannten Bildhauers Prof. Wimmer sehr ansprechend gestaltet werden. Er wird deshalb gerne für öffentliche Veranstaltungen (Konzerte, Theater) genutzt. In zentraler Lage innerhalb der Stadt, beherrschend und weithin sichtbar auf einem steil abfallenden eiszeitlichen Moränenhügel, erhebt sich das Schloss nun wieder in seinen ursprünglichen Umrissen einer Burg. Der Blick schweift dabei über die gesamte Innenstadt, den Starnberger See und die Kette der bayerischen Alpen.

Finanzamt StarnbergIm Herbst 1975 muss das Staatliche Forstamt seine Diensträume im Schloss zugunsten der Erweiterung des Finanzamtes freigeben und andere Räume anmieten. 1979 wird schließlich noch die zum Schloss führende Steinbrücke grundlegend saniert und der vor der Brücke liegende ehemalige Lustgarten, welcher der Stadt Starnberg zur Nutzung überlassen wurde, nach gärtnerischer Ausgestaltung in barocker Art der Öffentlichkeit übergeben. Nachdem bereits 1978 der freie Südspeicher des Dachgeschosses für die Registratur und den Sitzungssaal ausgebaut wurde, konnte im Jahr 1985 auch der Nordspeicher in fünf neue Amtsräume umgebaut werden. Aufgrund der steigenden Fallzahlen und der damit verbundenen Eröffnung neuer Arbeitseinheiten mussten ab 01.11.1988 erst ein Sachgebiet und seit 01.12.1994 nun insgesamt zwei Sachgebiete in angemieteten Räumen untergebracht werden. Trotz dieser Auslagerung war aufgrund weiter steigenden Arbeitsfallzahlen und organisatorischer Änderungen bereits nach kurzer Zeit wieder Raumnot im Schloss zu beklagen. Ein im Jahr 1996 begonnener und im Laufe des Jahres 1998 abgeschlossener Ausbau des Dachgeschosses mit gleichzeitiger Verbesserung des Brandschutzes und der EDV-Verkabelung haben die Raumnot des Finanzamts Starnberg vorerst behoben.

Im Zeitraum April bis Juli 2001 wurde der historische Säulensaal mit seinen denkmalgeschützten Renaissancesäulen zum neuen Servicezentrum umgebaut und Ende Juli seiner Bestimmung als neuer Anlaufpunkt für den Publikumsverkehr übergeben. Der Zugang zum Servicezentrum und somit zum Finanzamt erfolgt seither über den bisher der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Innenhof des Schlosses.

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