Stichwortsuche:

Zusatzinfos am rechten Rand

Öffnungszeiten Servicezentrum,
Deroystraße 6:

  • Montag - Mittwoch:
    7.30 - 16.00 Uhr
  • Donnerstag:
    7.30 - 18.00 Uhr
  • Freitag:
    7.30 - 12.30 Uhr

Details...

Telefonische Erreichbarkeit

Weitere Kontaktdaten


Elster Online-Portal

Elster Logo


BayernPortal

Logo und Link BayernPortal - öffnet in neuem Fenster

Hauptinhaltsbereich

Häufig gestellte Fragen und Antworten

Einkommensteuer

Inhaltsübersicht:

  1. Können wir die Studiengebühren und Unterhaltszahlungen für unsere Tochter/unseren Sohn von der Steuer
  2. Wie viel Steuerersparnis bringt eine Spende an eine wohltätige Einrichtung oder einen gemeinnützigen Verein tatsächlich?
  3. Ich bin Student und verdiene zur Aufbesserung der Unterhaltszahlungen meiner Eltern durch Nachhilfe im Monat etwa 200 bis 400 Euro. Muss ich ein Gewerbe anmelden und Steuern zahlen?
  4. Stimmt es, dass es einen Freibetrag für ehrenamtliche Tätigkeiten gibt?
  5. Was ist unter dem Begriff Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG) zu verstehen?
  6. Welche Kosten kann ich bei einer Auswärtstätigkeit (z.B. Dienstreise, Monteurstätigkeit u.ä.) als Werbungskosten geltend machen?
  7. Inwieweit können Kinderbetreuungskosten von der Steuer abgesetzt werden?
  8. In welchem Umfang kann ich meine Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben geltend machen ?
  9. Was hat sich bei der Berücksichtigung von Krankenversicherungsbeiträgen ab 2010 geändert?
  10. Stimmt es, dass auch Privatpersonen Aufwendungen für Handwerkerrechnungen von der Steuerschuld absetzen können?
  11. Wir haben das Dach unseres Zweifamilienhauses für 20.000 € (davon 13.000 Materialkosten) erneuert. Eine Wohnung nutzen wir selbst, die andere ist vermietet (Nutzflächenanteil 50%). Wie können wir die Aufwendungen steuerlich geltend machen?
  12. Wie hoch kann die maximale Steuerrückerstattung sein?
  13. Wie kann ich meinen persönlichen Steuersatz selbst berechnen?
  14. Wo finde ich weitere Informationen zum Thema Einkommensteuer?

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

1. Können wir die Studiengebühren und Unterhaltszahlungen für unsere Tochter/unseren Sohn von der Steuer absetzen?

Grundsätzlich sind solche Aufwendungen von Eltern durch den Familienleistungsausgleich (§ 31 EStG, § 32 EStG) abgegolten.

Danach wird während des Kalenderjahrs ausschließlich das Kindergeld als Steuervergütung gezahlt (im Regelfall an die Mutter).

Im Rahmen der persönlichen Einkommensteuerveranlagung der Eltern wird dann durch das Finanzamt von Amts wegen geprüft, ob der Abzug der Freibeträge für Kinder günstiger ist als der Anspruch auf Kindergeld. Ist der Abzug der Freibeträge für Kinder günstiger, so erhöht sich die hierdurch verminderte Einkommensteuer um den (niedrigeren) Anspruch auf Kindergeld.

Seit 2012 ist die Einkünfte- und Bezügegrenze für volljährige Kinder zwischen 18 Jahren und 25 Jahren weggefallen, wodurch sich der Erklärungsaufwand für Eltern sowohl beim Kindergeldantrag gegenüber den Familienkassen als auch bei der Einkommensteuererklärung deutlich vermindert hat.

Zusätzlich kann unter bestimmten Voraussetzungen zur Abgeltung des Sonderbedarfs eines in Berufsausbildung (z.B. auch Studium) befindlichen, auswärtig untergebrachten, volljährigen Kindes, für das Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag besteht, noch ein Freibetrag von 924 EUR je Kalenderjahr vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden.

Jedem Elternteil steht grundsätzlich die Hälfte dieses Abzugsbetrags zu (§ 33a Abs. 2 EStG).

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

2. Wie viel Steuerersparnis bringt eine Spende an eine wohltätige Einrichtung oder einen gemeinnützigen Verein tatsächlich?

Spenden für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke (§ 10b EStG) gehören zu den Sonderausgaben. Für diese wird bei der Ermittlung der Einkommensteuer und der Lohnsteuer pro Jahr ein Sonderausgabenpauschbetrag in Höhe von 36 Euro (Alleinstehende) bzw. 72 Euro (zusammenveranlagte Ehe-/Lebenspartner) berücksichtigt (§ 10c Satz 1 und 2 EStG). Das bedeutet, dass sich Sonderausgaben erst dann und nur insoweit steuermindernd auswirken, als der maßgebliche Sonderausgabenpauschbetrag überschritten ist.

Sonderausgaben sind aber nicht nur Spenden, sondern auch die weiteren in § 10c Satz 1 EStG und § 10 Abs. 1 EStG genannten Aufwendungen, etwa die gezahlte Kirchensteuer, § 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG (ab dem Veranlagungszeitraum 2009 insoweit nicht abziehbar, als im Wege der Abgeltungsteuer erhoben und bei der Einkommensteuerveranlagung nicht berücksichtigt).

Ist der Sonderausgabenpauschbetrag bereits durch die während des Kalenderjahrs entrichtete Kirchensteuer ausgeschöpft, dann wirken sich weitere Sonderausgaben in Form von Spenden im Rahmen der in § 10b Abs. 1 EStG genannten Höchstbeträge (im Regelfall 20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte) steuermindernd aus.

Wegen der progressiven Gestaltung des Einkommensteuertarifs hängt die betragsmäßige Steuerersparnis von der Höhe des zu versteuernden Einkommens ab. Sie können die Steuerersparnis abschätzen, indem Sie die Einkommensteuer auf Ihr voraussichtliches zu versteuerndes Einkommen vor und nach Abzug des abziehbaren Spendenbetrags ermitteln (die Steuerersparnis ist die Differenz der beiden Ergebnisse).

Arbeitnehmer können diese Berechnung auch anhand ihres Bruttojahresarbeitslohns mit einem Lohnsteuerberechnungsprogramm durchführen.

Hinweis:

Mit dem Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesfinanzministeriums können Sie die erforderlichen Berechnungen der Einkommensteuer bzw. der Jahreslohnsteuer sofort online durchführen.

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

3. Ich bin Student und verdiene zur Aufbesserung der Unterhaltszahlungen meiner Eltern durch Nachhilfe im Monat etwa 200 bis 400 Euro. Muss ich ein Gewerbe anmelden und Steuern zahlen?

Die Erteilung von Nachhilfe ist kein Gewerbe im steuerrechtlichen Sinne sondern eine sog. selbständige unterrichtende Tätigkeit. Soll diese nachhaltig betrieben werden, ist ihre Aufnahme grundsätzlich dem zuständigen Wohnsitzfinanzamt mitzuteilen.

Die Einnahmen in Höhe von 200 bis 400 Euro pro Monat liegen jedoch weit unter dem einkommensteuerlichen Grundfreibetrag. Dieser beträgt für Alleinstehende für 2016 8.652 Euro (2015: 8.472, 2014: 8.354, 2013: 8.130, 2010 - 2012: 8.004) jährlich. Soweit keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte vorliegen, unter deren Berücksichtigung das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag überschreitet, fällt keine Einkommensteuer an.

Umsatzsteuerlich fallen Sie unter die sog. Kleinunternehmerregelung. Danach wird Umsatzsteuer nicht erhoben, wenn der maßgebliche Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird (§ 19 UStG).

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

4. Stimmt es, dass es einen Freibetrag für ehrenamtliche Tätigkeiten gibt?

Ja.

Für nebenberufliche Tätigkeiten im Dienst oder Auftrag einer öffentlich-rechtlichen oder gemeinnützigen Körperschaft gibt es eine Steuerbefreiung (§ 3 Nr. 26a EStG). Begünstigt sind alle Tätigkeiten zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke i.S.d. §§ 52 bis 54 der Abgabenordnung (AO) (z. B. Tätigkeit als Funktionär, Gerätewart usw.). Der Freibetrag beläuft sich auf 720 Euro im Jahr. Er kann für die jeweilige Tätigkeit nicht zusätzlich zu den Steuerbefreiungen gem. § 3 Nr. 12 EStG oder § 3 Nr. 26 EStG in Anspruch genommen werden.

Betriebsausgaben oder Werbungskosten können nur insoweit abgezogen werden, als sie den nach § 3 Nr. 26a EStG steuerfreien Betrag übersteigen.

Hinweis:

Nähere Einzelheiten enthält das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 21.11.2014. (PDF, 6 Seiten, 40 KB).

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

5. Was ist unter dem Begriff Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG) zu verstehen?

Der geltende Einkommensteuertarif beginnt mit einem Steuersatz von derzeit 15%, sobald das zu versteuernde Einkommen den sog. Grundfreibetrag überschreitet. Danach steigt der Steuersatz stetig an, bis der Spitzensteuersatz von 45% erreicht ist. Dieses stetige Ansteigen des Steuersatzes mit steigendem Einkommen wird Steuerprogression genannt.

Die Progression gilt auch für die Lohnsteuer, da diese auf dem Einkommensteuertarif aufbaut.

Der Progressionsvorbehalt § 32b EStG bewirkt, dass bestimmte steuerfreie Leistungen (z. B. Arbeitslosengeld, Krankengeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld) bei der Ermittlung des Steuersatzes berücksichtigt werden. Der so ermittelte Steuersatz wird dann aber nur auf die steuerpflichtigen Einkünfte angewandt.

Hinweis:

Mit unserem Progressionsvorbehalt-Rechner können Sie die betragsmäßige und prozentuale steuerliche Belastung infolge des Progressionsvorbehalts individuell ermitteln.

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

6. Welche Kosten kann ich bei einer Auswärtstätigkeit (z.B. Dienstreise, Monteurstätigkeit u.ä.) als Werbungskosten geltend machen?

Aufwendungen anlässlich einer Auswärtstätigkeit können als Werbungskosten berücksichtigt werden. Eine Auswärtstätigkeit liegt vor, wenn Sie aus beruflichen Gründen vorübergehend außerhalb Ihrer Wohnung und Ihrer ersten Tätigkeitsstätte (bis 2013: regelmäßigen Arbeitsstätte) beruflich tätig werden.

Zu den Reisekosten gehören Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen, Übernachtungskosten bei mehrtägiger Auswärtstätigkeit sowie Nebenkosten, z. B. Aufwendungen für die Beförderung und Aufbewahrung des Gepäcks, für Telefon, Telefax, Porto, Garage und Parkplatz.

Sie müssen diese Aufwendungen im Einzelnen nachweisen, bis auf zwei Ausnahmen:

  1. Bei Benutzung eines eigenen Fahrzeugs können Sie anstelle der nachgewiesenen Kosten einen Pauschsatz für den gefahrenen Kilometer geltend machen: beim Pkw 0,30 Euro, bei einem Motorrad oder einem Motorroller 0,13 Euro,
    bei einem Moped oder Mofa 0,08 Euro und bei einem Fahrrad 0,05 Euro.
    Bei Mitnahme eines Arbeitskollegen erhöht sich der Betrag von 0,30 Euro um 0,02 Euro und der Betrag von 0,13 Euro um 0,01 Euro.
  2. Die Verpflegungsmehraufwendungen können nur pauschal geltend gemacht werden, und zwar mit folgenden Beträgen je Kalendertag
    Für Veranlagungszeiträume bis 2013:
    bei einer Abwesenheit von

    mindestens 8 Stunden 6 Euro
    mindestens 14 Stunden 12 Euro
    24 Stunden 24 Euro

    Für Veranlagungszeiträume ab 2014:
    bei einer Abwesenheit von

    mehr als 8 Stunden 12 Euro
    24 Stunden 24 Euro

    Für Auslandsreisen gelten andere Pauschbeträge.

Hat Ihnen der Arbeitgeber Reisekosten steuerfrei erstattet, müssen Sie diese von den Aufwendungen abziehen. Nur den Restbetrag können Sie als Werbungskosten geltend machen.

Nähere Einzelheiten zur Behandlung von Reisekosten ab 2014 enthält das BMF-Schreiben vom 24.10.2014 (PDF, 62 Seiten, 318KB).

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

7. Inwieweit können Kinderbetreuungskosten von der Steuer abgesetzt werden?

Seit 2012 können Kinderbetreuungskosten einheitlich nur noch als Sonderausgaben (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG in der ab 2012 geltenden Gesetzesfassung) abgezogen werden. Als Sonderausgaben abzugsfähig sind der Höhe nach wie zuvor zwei Drittel der Aufwendungen - bis zum unveränderten Höchstbetrag von 4.000 Euro je Kind - für Dienstleistungen zur Betreuung eines zum Haushalt des Arbeitnehmers gehörenden, steuerlich zu berücksichtigenden Kindes, welches das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande ist, sich selbst finanziell zu unterhalten.

Die vormalige Unterscheidung nach erwerbsbedingten und nicht erwerbsbedingten Kinderbetreuungskosten ist weggefallen. Auf die persönlichen Anspruchsvoraussetzungen bei den Eltern (wie Erwerbstätigkeit, Ausbildung, Krankheit oder Behinderung) kommt es nicht mehr an. Die Notwendigkeit, diese Voraussetzungen mittels Belegen nachzuweisen, entfällt. Insgesamt reduziert sich der Nachweis- und Erklärungsaufwand bei der "Anlage Kind" zur Einkommensteuererklärung deutlich.

Eine zeitanteilige Kürzung des Höchstbetrags wird nicht vorgenommen, wenn Kinderbetreuungskosten nicht während des gesamten Kalenderjahres geleistet worden sind.

Weitere Informationen zur Rechtslage ab 2012:

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

8. In welchem Umfang kann ich meine Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben geltend machen ?

Seit 2005 wird bei den Vorsorgeaufwendungen zwischen Altersvorsorgeaufwendungen und sonstigen Vorsorgeaufwendungen unterschieden.

Altersvorsorgeaufwendungen sind Beiträge zu Leibrentenversicherungen, bei denen die erworbenen Anwartschaften nicht beleihbar, nicht vererblich, nicht veräußerlich, nicht übertragbar und nicht kapitalisierbar sind (gesetzliche Rentenversicherungen, berufsständische Versorgung und vergleichbare kapitalgedeckte Leibrentenversicherungen). Sie sind als Sonderausgaben beschränkt abziehbar.

Für den Abzug gilt in der Endstufe ein Höchstbetrag (§ 10 Abs. 3 EStG), der ab 2015 dynamisch an den Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung gekoppelt wurde. Für 2016 beträgt der maßgebende Höchstbetrag 22.767 € (2015: 22.172 €). (Bis 2014 betrug der Höchstbetrag 20.000 €). Für zusammenveranlagte Ehegatten verdoppelt sich der Höchstbetrag. Im Jahr 2005 waren die geleisteten Altersvorsorgebeiträge (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag) nur mit 60% abziehbar. Dieser Prozentsatz steigt in den Folgejahren jeweils um 2%. (Für 2016 beträgt der Prozentsatz 82%). Die Endstufe (100%) ist im Jahr 2025 erreicht.

Für Beamte ist der maßgebende Höchstbetrag vorher noch um den Betrag zu vermindern, den sie als Angestellte von ihrem Einkommen in die gesetzliche Rente eingezahlt hätten (fiktiver Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag).

Sonstige Vorsorgeaufwendungen sind Vorsorgeaufwendungen, die nicht zu den Altersvorsorgeaufwendungen gehören. Dazu zählen insbesondere Beiträge zur Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Sie können bei Steuerpflichtigen, die Aufwendungen zu einer Krankenversicherung in vollem Umfang allein tragen müssen (z.B. Selbständige), bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 2.800 €, bei anderen Steuerpflichtigen bis zu einem Höchstbetrag von 1.900 € abgezogen werden.

Damit durch die Neuregelung niemand schlechter gestellt wird, wird in den Jahren 2005 bis 2019 eine Günstigerprüfung vorgenommen (Vergleich altes Recht/neues Recht !).

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

9. Was hat sich bei der Berücksichtigung von Krankenversicherungsbeiträgen ab 2010 geändert?

Bis zum Veranlagungszeitraum 2009 konnten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zusammen mit anderen Vorsorgeaufwendungen nur bis zu einer Höhe von 2.400 Euro oder 1.500 Euro steuerlich berücksichtigt werden.

Die Höchstgrenze von 2.400 Euro galt dabei für Steuerpflichtige, die ihre Krankenversicherung alleine finanzieren müssen, zum Beispiel Selbständige.

Die Grenze von 1.500 Euro galt für Arbeitnehmer, die einen steuerfreien Zuschuss zu ihrer Krankenversicherung erhalten, und Beihilfeberechtigte.

Seit dem Veranlagungszeitraum 2010 beträgt der Höchstbetrag im ersten Fall 2.800 Euro, im zweiten Fall 1.900 Euro.

Darüber hinaus ist sichergestellt, dass die für eine Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung gezahlten Beiträge voll abziehbar sind. Eine betragsmäßige Deckelung gibt es insoweit also nicht mehr.

Das heißt:

  • Liegt der Steuerzahler mit seinen Vorsorgeaufwendungen unter den neuen Grenzen, dann kann er seine Aufwendungen steuerlich vollumfänglich ansetzen.
  • Wendet er für seine Basiskrankenversicherung und Pflegepflichtversicherung allerdings mehr auf als 2.800 Euro bzw. 1.900 Euro, dann kann er seine tatsächlichen Ausgaben für die Basiskrankenversicherung abziehen. Beitragsanteile zu Komfortleistungen, wie ein Einzelbettzimmer oder Chefarztbehandlung, fallen allerdings nicht darunter. Dies gilt auch für den Anteil, der auf die Finanzierung des Krankengeldes fällt.

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

10. Stimmt es, dass auch Privatpersonen Aufwendungen für Handwerkerrechnungen von der Steuerschuld absetzen können?

Ja. Privatpersonen können bis zu 20 Prozent des Arbeitslohns aus einer Handwerkerrechnung für Modernisierungs-, Erhaltungs- oder Renovierungsmaßnahmen, die in einem inländischen, einem in der Europäischen Union (EU) oder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) liegenden Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden, maximal aber 1.200 Euro von der Steuerschuld abziehen. Dies gilt nicht für öffentlich geförderte Maßnahmen, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden (§ 35a Abs. 3 Satz 1 EStG).

Die Steuervergünstigung gilt sowohl für

  • regelmäßig vorzunehmende Renovierungsarbeiten und kleine Ausbesserungsarbeiten, die gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt werden, als auch für
  • Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die im Regelfall nur von Fachkräften durchgeführt werden.

Zu den handwerklichen Tätigkeiten zählen u.a.:

  • Arbeiten an Innen- und Außenwänden,
  • Arbeiten am Dach, an der Fassade, an Garagen, o.ä.,
  • Reparatur oder Austausch von Fenstern und Türen,
  • Streichen/Lackieren von Türen, Fenstern (innen und außen), Wandschränken, Heizkörpern und -rohren,
  • Reparatur oder Austausch von Bodenbelägen (z.B. Teppichboden, Parkett, Fliesen),
  • Reparatur, Wartung oder Austausch von Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen,
  • Modernisierung oder Austausch der Einbauküche,
  • Modernisierung des Badezimmers,
  • Reparatur und Wartung von Gegenständen im Haushalt des Steuerpflichtigen (z.B. Waschmaschine, Geschirrspüler, Herd, Fernseher, Personalcomputer und andere Gegenstände, die in der Hausratversicherung mitversichert werden können),
  • Maßnahmen der Gartengestaltung,
  • Pflasterarbeiten auf dem Wohngrundstück,

unabhängig davon, ob die Aufwendungen für die einzelne Maßnahme Erhaltungs- oder Herstellungsaufwand darstellen.

Handwerkliche Tätigkeiten im Rahmen einer Neubaumaßnahme sind nicht begünstigt.

Steuerlich berücksichtigt werden können aber nur die Arbeitskosten des Handwerkers, nicht dagegen Materialkosten oder sonstige gelieferte Waren.

Die Aufwendungen mussten bis 2007 durch Vorlage einer Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Erbringers durch Beleg des Kreditinstituts nachgewiesen werden.
Ab 2008 reicht es aus, dass der Steuerpflichtige für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten hat und die Zahlung auf das Konto des Erbringers erfolgt ist. Auf Aufforderung durch das Finanzamt hat dies der Steuerpflichtige entsprechend nachzuweisen.

Barzahlungen  und Barschecks sind nicht begünstigt.

Außerdem darf es sich bei den Handwerkerleistungen nicht um Werbungskosten oder Betriebsausgaben handeln. Auch soweit die Aufwendungen als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt werden, scheidet ein Abzug aus.

Ebenfalls ausgeschlossen sind Aufwendungen für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse im Sinne des § 8 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch. (Keine "Doppelbegünstigung".)

Grundsätzlich ist die Förderung im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu beantragen, kann aber auch bereits im Lohnsteuerermäßigungsverfahren berücksichtigt werden.

Weitere Informationen:

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

11. Wir haben das Dach unseres Zweifamilienhauses für 20.000 € (davon 13.000 Materialkosten) erneuert. Eine Wohnung nutzen wir selbst, die andere ist vermietet (Nutzflächenanteil 50%). Wie können wir die Aufwendungen steuerlich geltend machen?

Die Kosten für die Dacherneuerung sind nach den Nutzungsverhältnissen (50/50) aufzuteilen.

Vermietete Wohnung

Soweit die Kosten auf die vermietete Wohnung entfallen (10.000 €), können Sie diese im Rahmen Ihrer Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung auf der Rückseite der Anlage V geltend machen.

Selbst genutzte Wohnung

Soweit die Kosten auf die selbst genutzte Wohnung entfallen (10.000 €), können Sie diese als Handwerkerleistung im Rahmen der Steuerermäßigung nach § 35a EStG (auf Seite 3 des Einkommensteuer-Mantelbogens) geltend machen.

Hierbei ist aber zu beachten, dass nur die (anteiligen) Aufwendungen für die Handwerkerleistung selbst (in Rechnung gestellte Arbeitskosten einschließlich Fahrtkosten; hier. 50% von 7.000 € = 3.500 €)) begünstigt sind. Aufwendungen für das verwendete Material und sonstige im Zusammenhang mit der Leistung gelieferte Waren sind dagegen nicht begünstigt.

Im Kalenderjahr können maximal Handwerkerleistungen in Höhe von 6.000 € nach § 35a EStG geltend gemacht werden (Steuerabzug in Höhe von 20% der Aufwendungen, maximal 1.200 €)).

Um die Aufwendungen steuerlich nach § 35a EStG geltend machen zu können, müssen Sie außerdem für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten und die Zahlung muss auf das Konto des Erbringers erfolgt sein. Es reicht aus, wenn Sie die Nachweise auf Verlangen des Finanzamtes vorlegen können. Für Barzahlungen und Barschecks wird keine Steuerermäßigung gewährt.

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

12. Wie hoch kann die maximale Steuerrückerstattung sein?

Bei der Einkommensteuer können maximal die für das betreffende Kalenderjahr geleisteten Einkommensteuervorauszahlungen (vierteljährlich), Lohnsteuer-, Kapitalertragsteuer- und Abgeltungsteuerbeträge, jeweils mit Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer (letztere wird vom Kirchensteueramt ausbezahlt) erstattet werden. Denn diese Beträge sind nur Vorausleistungen auf die voraussichtliche Jahressteuerschuld.

Voraussetzung für eine vollständige Rückerstattung ist, dass die Einkommensteuer für das betreffende Kalenderjahr auf Null festgesetzt wird. Ist die Einkommensteuer nicht Null, so wird nur der Differenzbetrag zwischen festgesetzter Einkommensteuer und der Summe der genannten Beträge rückerstattet.

Eine Rückerstattung kommt nicht in Betracht, wenn keine Vorausleistungen der genannten Art während des Jahres erfolgt sind.

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

13. Wie kann ich meinen persönlichen Steuersatz selbst berechnen?

Beim Thema Einkommensteuersatz ist zu unterscheiden zwischen dem Durchschnittsteuersatz und dem Grenzsteuersatz.

Durchschnittsteuersatz

Der Durchschnittsteuersatz ist die prozentuale Belastung des gesamten zu versteuernden Einkommens mit Einkommensteuer. Er berechnet sich also wie folgt:

Einkommensteuer / zu versteuerndes Einkommen * 100

Beispiel:

Zu versteuerndes Einkommen: 30.000 €
Einkommensteuer: 3.084 €

Hieraus errechnet sich ein Durchschnittsteuersatz von
3.084 / 30.000 * 100 = 10,28 %

Grenzsteuersatz

Der Grenzsteuersatz ist die Belastung an der oberen Grenze des zu versteuernden Einkommens. Damit ist er - anders als der Durchschnittsteuersatz - ein realistischer Indikator für die einkommensteuerliche Be- bzw. Entlastung durch zusätzliche Einnahmen oder Ausgaben.

Die Ermittlung des Grenzsteuersatzes ist etwas aufwendiger. Er lässt sich näherungsweise berechnen, indem man zunächst die Einkommensteuer für das tatsächlich zu versteuernde Einkommen und für einen etwas höheren oder niedrigeren Betrag ermittelt. Der Grenzsteuersatz ist dann der prozentuale Anteil der Differenz der Einkommensteuerbeträge an der Differenz der beiden zu versteuernden Einkommen.

Beispiel:

Für Verheiratete/Lebenspartner mit einem zu versteuernden Einkommen von 30.000 € kann die Berechnung etwa wie folgt durchgeführt werden:

Einkommensteuer auf zu versteuerndes Einkommen von 30.000 €: 3.084 €
Einkommensteuer auf zu versteuerndes Einkommen von 30.200 €: 3.134 €

Die zusätzlichen 200 € sind damit belastet mit: 50 €

Daraus errechnet sich ein Grenzsteuersatz von
50 € / 200 € * 100 = 25 %

Der mathematisch exakte Wert wäre für den vorstehenden Beispielsfall 25,0044 %. Dieser berechnet sich nach der 1. Ableitung der einschlägigen Tariffunktion des § 32a EStG.

Hinweis:

Der Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesfinanzministeriums ermittelt neben der Einkommensteuer auch den Durchschnittsteuersatz und den Grenzsteuersatz mit einer Genauigkeit von 2 Nachkommastellen.

Alle Themenbereiche und wichtiger Hinweis

14. Wo finde ich weitere Informationen zum Thema Einkommensteuer?

Weitere Informationen zum Thema Einkommensteuer finden Sie insbesondere im Online-Broschürenangebot des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.

Zu den Zusatzinfos am rechten Rand